Kategorie: Montag
Neue Woche, neues Treffen, neuer Anfang
Ein paar von Euch werden sich gefragt haben, was sich gewichtsmäßig bei mir getan hat, denn in letzter Zeit gab es dazu kein Update mehr. Aus gutem Grund: Ich habe es tunlichst vermieden, meine anwachsenden Wallungen auf die Waage zu hieven, denn aufschreiben tue ich schon seit Mitte März nicht mehr! Nachdem dann die erste Jeans am WE nicht mehr zugehen wollte, habe ich es schweren Herzens doch gemacht: Nur 2 Kilo mehr, aber trotzdem… was soll ich sagen? Die Gründe sind nun mal eindeutig:
Man nimmt zu, wenn man mehr zuführt als verbrennt. Punkt!
Wo ist meine Motivation hin? Ich hatte in den vergangenen Wochen einfach überhaupt keine Lust mich auch nur ansatzweise zu beherrschen. Mir fehlen nun mal die Treffen, der Erfolg der anderen, das unter anderen erfolgreich sein… und deshalb gehe ich ab heute wieder hin!
Ganz in der Nähe hat nämlich ein neues Treffen aufgemacht. Die Leiterin ist noch recht jung, ganz doll schlank (Gesamtabnahme 23 Kilo) und total nett. Um sicher zu gehen, nicht schon wieder nach 1 Woche vom Treffen abgeschreckt zu sein, war ich schon mal kurz dort und habe die Nase hinein gesteckt. Das ist es, was ich brauche!
Na denn: Auf ein neues Kapitel Weight Watchers am Montag und nur mit Schuhen für Jesse!
Ohne Worte

Speiübel – schon fast vergessen, was das heißt
Wer nicht hören will… ich sage immer gerne von mir selber, dass mich so schnell nichts umwirft – zumindest wenn es um meinen Magen geht. Aber gestern habe ich ihm offenbar dann doch zu viel zugemutet! Aus lauter Frust habe ich doch nichts gegessen außer Obst, damit ich meinen vierten Stern bekomme und sollte das nicht klappen wollte ich eine Pizza essen… ihr erinnert Euch!??
Gesagt, getan! Ich bin fast ausgeflippt, als nur 200 Gramm weg waren und darum bin ich gestern mit einer Stinkwut zu meinem Lieblingsitaliener, bereit eine Familienpizza in mich hinein zu stopfen. Wie es das Schicksal so will hatte er zum ersten Mal seit ich ihn kenne trotz aller Anstrengung keinen Platz für uns. Das ist selten. Irgendwo findet sich immer noch ein Eckchen – auch wenn er ausgebucht ist. Aber gestern nicht. Woah! Hab ich gekocht!
Also sind wir weiter zum Inder. Und weil mir das Essen dort nicht fettig genug war, habe ich mir obendrauf auch noch ein Bier bestellt (mag ich nicht, hat aber sau viel Punkte). Und siehe da: Heute morgen um 4 bin ich aufgewacht und hatte solche Magenschmerzen, ich dachte, ich müsse sterben! Weiter gehe ich jetzt nicht ins Detail. Essen oder Sport ist aber heute eher nicht. Na ja, morgen ist ja auch noch ein Tag!
I tell you why I don‘t like Mondays

Das ist es, mein neues Kleid. Am besten gefällt mir das affige Schleifchen (s. unten rechts). Leider habe ich bei der Stoffauswahl kein so gutes Näschen bewiesen, aber das sieht man ja Gott sei Dank nicht. Sehen tut man aber schon, dass ich noch 6 Kilo loswerden muss, gerne auch 8 bitteschön! Allerdings tut mein Montagshorror derzeit gerade sein Bestes mich von meinem 4. Stern (12 Kilo) fern zu halten.
Es ist wie verhext: Die gesamte Woche habe ich ihn sozusagen in der Tasche und wenn ich am Montagmorgen auf die Waage steige, klettert die Anzeige nach oben – wie von Zauberhand. Da hilft nur radikal sein. Um die Nur-mit-Schuhen-Waage im heutigen Treffen doch noch von meinen Absichten zu überzeugen, habe ich noch nichts gegessen, was Punkte hat. Nur Obst und selbst davon wenig. Außerdem bin ich knappe 6 Kilometer gelaufen und habe hinterher noch 40 Minuten geworkoutet. Wenn das nichts genutzt hat, dann verliere ich höchstwahrscheinlich die Nerven und fresse mir heute Abend einen Ballon an! Basta! Dann gibt es Pizza und zwar die fette vom Lieblingsitaliener!
Na denne, drückt mir mal die Daumen – BITTE! *buhuhuuuu*
Vorher-Nachher – Zwischenbericht mit Bildern

Ein überdurchschnittlich dämliches Bild von mir aus dem Sommer 2009 (OMG!!!) und dagegen eines aus dem letzten Sommer in New York (4 Kilo mehr als heute)
Damit es nicht langweilig wird, dachte ich mir, ich sollte nun mal endlich mit konkretem Bildmaterial rüberkommen. Das war gar nicht so einfach, denn seit Ende 2007 herrscht totales Fotoverbot mit mir vor der Linse. Trotzdem fand ich ein paar schreckliche Zeugen meiner Ballonzeit. Auch wenn ich noch nicht das Ende meiner Wünsche erreicht habe, denke ich, sieht man schon ganz deutliche Unterschiede. Ich hab nämlich wieder ein Gesicht

April 2009 im Botanischen Garten und gestern im Park am Gleisdreieck
So, und jetzt gibt es gleich noch ein leckeres Workout, damit ich nachher auch auf die Waage steigen kann ohne hysterisch zu werden. Bis morgen!
3 Wochen Weight Watchers Auszeit
Ich hatte ja richtig Schiss, dass meine 3 Wochen Weight Watchers Auszeit sich ganz bitterböse an mir rächt… hat sie aber nicht! Obwohl ich „normal“ gegessen habe – v.a. bei meinen Eltern zuhause – habe ich lediglich 1 Kilo zugelegt. Ich konnte es kaum glauben! Zwar bin ich inklusive meiner letzten Zunahme von 400 Gramm vor 4 Wochen bei 1,4 Kilo mehr, bedenkt man aber mein Motivationsloch kann ich super damit leben. Wenn sich das so in der Haltephase durchsetzt, dann habe ich wirklich keine Angst mehr vor meinem Wunschgewicht → HAPPY!
Allerdings war ich auch nicht ganz ungehemmt in den 3 Wochen ohne WW Tagebuch. Nach 7 Monaten Weight Watchers kennst du deine Punkte und die Dinge, von denen du besser die Finger lässt. In der Hoffnung, dass meine Erfahrungen anderen ein wenig helfen, hier mal ein Beispiel, wie Du Dich über ein Familienfest rettest. Ich persönlich finde Familientreffen besonders herausfordernd…
Um gut vorbereitet zu sein, habe ich mich vorab erkundigt, was es denn zu Essen geben würde: Mediterranes Buffet. Das klang erst mal ölig. Also sparte ich mir mein komplettes Wochenextra, was bedeutet, dass ich die zusätzlichen 35 Punkte während der Woche nicht anrührte. Außerdem machte ich schon donnerstags 2 Workouteinheiten statt wie sonst nur einer: Morgens 68 Minuten Fatburner von Nina Winkler und nachmittags 40 Minuten Core Fusion Body Sculpt von Exhale (Hunter hat das Programm in ihrem Fitness-DVD-Blog getestet und für gut befunden – danke Hunter, Core Fusion Body Sculpt ist wirklich super!). Freitags war 80 Minuten Mel B. Totally Fit angesagt, (welches ich wirklich liebe! Ich möchte bald näher darauf eingehen und Mel B. einen kompletten Artikel widmen). Am Samstag ruhte ich aus (ging auch gar nicht anders, denn spätestens nach Mel B. weißt du genau wie viele Muskeln du im Körper hast), vor dem großen Fressen allerdings sind wir noch eine halbe Stunde spazieren gegangen, um den Stoffwechsel auf Touren zu bringen. So konnte ich die in Maßen genossenen Antipasti in Olivenöl, den Capresesalat, den Lachs auf Spinat mit Sahnesoße (!) sowie den dazugehörigen Wein ganz gut wegstecken. Am Sonntag habe ich normal meine 29 Punkte gegessen und einen längeren Spaziergang eingeplant. Wirklich zurückgehalten habe ich mich nicht. Meine Heimwaage ist zwar nicht sonderlich gut, aber Montags hatte ich auf ihr sogar ein Kilo weniger, zum Treffen bin ich an diesem Tag aber nicht gegangen.
Ich war außerdem noch in London und bei einem weiteren Familienfest vergangenen Samstag. Bei letzterem gelang es mir leider nicht mich zurück zu halten. Das eine zugelegte Kilo schiebe ich also darauf, dann fällt es leichter einfach weiter zu machen. Der gestrige Treffenbesuch hat mir dabei schon sehr geholfen. Um meine Bewegungseinheiten noch etwas zu steigern, möchte ich künftig noch 2-mal Aquafitness pro Woche einfügen – wenn ich einen Kurs finde, der mir zusagt.
Der Kraftakt sich nicht runterziehen zu lassen
Wer hätte gedacht, dass das Sich-Erfüllen-eines-Traums mit so vielen negativen Gedanken und Gefühlen verbunden ist! Ich war mir immer sicher, außer mir vor Freude zu sein, wenn ich dem Schlanksein einmal nahe kommen sollte. Aber nun weiß ich es besser: Ich kann damit (noch) nicht umgehen!
Dabei erinnere ich mich noch gut an meinen Artikel über die Angst vor Erfolg, in dem ich mir Gedanken über die Gründe einer solchen Angst gemacht habe. Inzwischen sind ein paar Wochen vergangen und Dinge passiert, die einige Punkte verändert haben. Es sind diese:
Selbstzweifel | Bin ich der Rolle als schlanker Mensch überhaupt gewachsen und kann ich sie ausfüllen? Werde ich mein neues Gewicht halten können?
Die Selbstzweifel haben sich inzwischen verschoben. Ich frage mich jetzt eher, ob ich überhaupt solange durchhalte, denn der nächste Punkt nagt stark an meiner Motivation.
Angst vorm Allein-gelassen-werden | Werden mich Freunde, Familie und Bekannte noch mögen, werden sie zu mir stehen oder eher mein neues Aussehen in Frage stellen? Was, wenn sie am Ende sogar neidisch sind?
Diese Angst ist leider in den letzten Wochen sehr aktuell geworden und macht mich wirklich traurig! Auf der positiven Seite gibt es natürlich Freunde, die offen zugeben, dass sie neidisch sind, mich aber beglückwünschen und sich Tipps und Tricks erfragen.
Dann gibt es eine „Zwischengruppe“, das sind die Menschen, die ihren Neid zur Schau tragen ohne dich zu beglückwünschen. Stattdessen fragen sie dich – nur halb im Scherz –, ob man nun „zur Abwechslung“ unter die Magersüchtigen gegangen wäre (!!).
Und schließlich gibt es diejenigen, die die Veränderung einfach ignorieren – sei es nun aus falsch verstandenem Taktgefühl (es kommt ja auch nicht bei jedem gut zu sagen: „Oh wow, du hast aber abgenommen…“) oder aus reiner Bosheit.
Am bedauerlichsten allerdings empfinde ich das plötzliche Abspringen einiger Blog-Abonnenten! Und ich rede nicht von denen, die in Urlaub oder aus anderen Gründen abwesend sind – ich rede von denen, die diesen Artikel sowieso nicht mehr lesen – wahrscheinlich, weil wir nicht mehr die gleichen Probleme haben wie nicht durchhalten und einfach aufgeben. Zum 453. Mal.

Ich könnte mir nun einreden, dass mir Menschen, die nicht gut für mich sind, egal seien. Zum großen Teil sind sie das tatsächlich, aber wie es eben so ist, wenn man allein gelassen wird: Man stellt sich dumme Fragen! Fragen, die man vielleicht von sich gar nicht kennt. Fragen, die offenlegen wie wenig Selbstbewusstsein man doch auf Gewichtsebene hat! Bei mir ist das jedenfalls so.
Eine dieser dummen Fragen ist: Verdiene ich es überhaupt mein Wunschgewicht zu erreichen? Kennt ihr das??
Na klar verdiene ich es! Es ist der Lohn dafür, dass ich mein Leben total verändert, Freunde verloren und gewonnen und meine Ernährung umgestellt habe! Dafür dass ich täglich koche, Mahlzeiten plane, Fahrrad fahre, mich bewege, meinen Körper forme, den Mut nicht verliere…
Ich habe es mir so was von verdient mein Wunschgewicht zu erreichen!
So… und jetzt muss ich nur noch daran glauben
In dieser Woche habe ich übrigens wieder 400 Gramm zugelegt. Das ist doppelt schade, denn heute bin ich genau 7 Monate bei Weight Watchers. Nach Plan (Wochendurchschnitt 500 Gramm) müsste ich schon 14 Kilo verloren haben, bin aber erst bei 11 Kilo.
Wenigstens hat sich ein anderer Wunsch erfüllt: Morgen (Donnerstag, 15. September) habe ich Geburtstag. Als ich im Februar anfing, habe ich mir vorgenommen bis dahin unter 65 Kilo zu sein. Immerhin… das Ziel ist erreicht
Meilensteinspektakel

Abnahme verbildlicht
Noch nie in meinem Gewichtsleben war der Weg vor mir kürzer als der hinter mir. Ich stand immer „am Anfang einer Diät“, voller guter Vorsätze, schon bald mit einer Stinkwut, allgegenwärtigem Hunger folgte Verzweiflung und schließlich Frust.
Und jetzt bin ich hier. Schon etwas über die Hälfte meines Wegs liegt hinter mir und ich glaube nicht, was ich sehe: Meine Lieblingsjeans (30/32), in die ich immer mal wieder hineinpassen wollte, ist mir schon zu groß. Tatsächlich kann ich – zum Vergnügen meines Süßen – bis auf 2 Hosen alle an- und ausziehen ohne Knöpfe oder Reißverschluss zu öffnen. Die Auswahl an Outfits schrumpft täglich, ich brauche Gürtel (alternativ Hosenträger – LOL), mindestens eine neue Jacke sowie eine Idee, wohin es mit mir gehen soll. Ich weiß, dass ich auf jeden Fall noch 5 Kilo schaffen möchte, da sich meine Körpermitte aber immer noch beträchtlich wölbt, könnten es auch noch 8 werden – kommt drauf an, wie es sich anfühlt schlank zu sein.
Schlank… bisher war schlank immer etwas, das ich nicht bin. Hoffentlich bringt mich die Tatsache kurz davor zu sein nicht wieder so aus dem Häuschen, dass ich zunehme vor lauter Angst vorm Erfolg.
Um nicht rückfällig zu werden, habe ich letztes Wochenende angefangen meine Schnitte und Lieblingskleider zu verändern. Viele davon will ich nämlich weder zum Flohmarkt noch zur Humanatonne vor unserer Tür bringen. Außerdem glaube ich, dass solche bildhaften Aktionen dabei helfen können zu realisieren, was man geschafft hat, indem man Zentimeter um Zentimeter aus den Dingen heraustrennt, die einen unmittelbar umgeben. Das mag etwas zu esoterisch klingen, mir hilft es aber weiter an mich zu glauben und die augenfälligen Schattenseiten so gut es geht zu ignorieren.
Welche Schattenseiten? Nun, Bekannte, die zickig reagieren, „weil man schon wieder so viel abgenommen hat“, schlanke „Freundinnen“, die so tun, als sei nichts geschehen, Mitstreiterinnen im wöchentlichen Treffen, die grundlos Angriffe gegen dich schießen, weil du schon wieder erfolgreich warst, Tuscheleien hinter deinem Rücken, taxierende Blicke und nicht selten unverhohlener Neid. Das alles macht mir sehr zu schaffen. Ich bin es doch selber nicht gewohnt erfolgreich zu sein, sehe aber auch keinen Sinn darin, mich dafür zu schämen oder mich gar auf den Rückweg zu machen. Nix da! Diese Woche will ich mindestens 500 Gramm schaffen, denn der nächste Meilenstein ist schon in Sicht:
Vierter Stern, ich komme!
Weiter geht’s, trotz kranker Woche
Die letzte Woche wurde für mich schrecklich träge. Entsprechend brachte ich es auf gerade mal 6 Aktivpoints. Deshalb habe ich ganz besonders darauf geachtet im Plan zu bleiben und es auch größtenteils hinbekommen. Wieder einmal bin ich dem WW Wochenextra dankbar für seine Großzügigkeit, denn mit 35 Punkten obendrauf lässt sich schon einmal ein Ausrutscher kaschieren.
Mein gestriger Gang zur Waage war also einer mit gemischten Gefühlen. Auf der einen Seite war da mein Hormonspiegel, der durch allerlei Wasseransammlungen und schlechte Laune auf mich einprügelte. Auf der anderen Seite jedoch stand die Entdeckung einer deutlich konkaven Linie an meinem Torso. Sogar der Rippenbogen kommt langsam zum Vorschein, ein Event der Sonderklasse, auf das ich seit meinem 14. Geburtstag nur noch hoffe. Regelmäßige sportliche Betätigung unterstützt also nicht nur eine Diät, sondern ist maßgeblich am Aussehen des Körpers beteiligt. Immerhin wiege ich noch über 65 Kilo, was bei einer Größe von nur 1,62 m nicht gerade wenig ist. Trotzdem verändert sich mein Äußeres zum Guten. Ich könnte schreien vor Glück!
Aber jetzt mal raus mit der Sprache: Habe ich mein Vorhaben aus der letzten Woche meine bisherige Maximalabnahme von 10,2 Kilo zu überbieten in die Tat umgesetzt? Die Antwort ist JA!!!!! Ich habe nämlich trotz aller Hindernisse weitere 300 Gramm verloren und bin damit bei 10,4 Kilo – ich freue mich wahnsinnig! Aber wirklich rundum zufrieden mit meiner Leistung bin ich erst, wenn ich es nun diese Woche auch noch schaffe mein kurzfristiges Ziel unter 65 Kilo zu fallen zu erreichen! Denn das war es, was ich mir im Februar vorgenommen, aber insgeheim nicht für möglich gehalten habe: Zu meinem Geburtstag am 15. September möchte ich unter 65 sein.
Laut WW Plan nimmt man im Durchschnitt 0,5 Kilo pro Woche ab, also 2 Kilo pro Monat, das macht für 7 Monate 14 Kilo. Ich müsste also in den nächsten zweieinhalb Wochen noch 3,6 Kilo ins Off schicken… eine schwere Aufgabe, aber nicht unmöglich. Ich lege also wieder mein Ninjakostüm an und fighte mich zur nächsten Marke!
Because I CAN DO IT!
Herr Schlendrian – ein Mann mit vielen Gesichtern
Wenn wir Herrn Schlendrian begegnen, sehen wir zuerst nur einen höchst zuvorkommenden Mann, der uns Komplimente macht. Das macht er so lange, bis unser Bauch so arg gepinselt ist, dass unser Stolz größer als unser Hirn ist!
Nach der Definition auf Wiki ist der Schlendrian „…umgangssprachlich eine langsame, träge, nachlässige und dadurch ineffektive und fehleranfällige Arbeitsweise. Der Schlendrian entsteht meist durch mangelnde Motivation und/oder zu ausgeprägte Routine bei der Arbeit. […]“ s. dazu auch Wikipedia/Schlendrian.
Dem braucht man nicht mehr viel hinzuzufügen. Zumindest nicht, wenn man bereit ist einzusehen, dass der Grund für Stagnation oder Zunahme bei einem selbst liegt, denn paranormaler Natur kann er nun mal nicht sein! Wer tatsächlich „im Plan“ ist nimmt auch ab, das habe ich ja in der Vergangenheit gesehen. Wenn ich es plötzlich nicht mehr tue, muss ich wohl oder übel noch einmal genauer untersuchen, wo meine Fehler liegen!
Ich benutze seit letzter Woche das Frage-Antwort-Spiel, um mich wieder neu zu justieren:
Frage: Was habe ich am Anfang über mich geschrieben?
Antwort: Ich hatte z.B. Startschwierigkeiten und schnell erkannt, dass ich mich über die Sattmacherportionen selbst belüge. Ich mag vielleicht im Plan sein, aber wenn ich ehrlich bin, sind meine Pasta-, Reis- und Kartoffelportionen unmerklich gewachsen.
Gegenaktion: Vergegenwärtige dir aufs Neue: Selbst wenn Sattmacher für einen pauschalen Pointswert gegessen werden dürfen, wir sollten nicht vergessen, dass selbst Obst letzten Endes Kalorien hat! Sattmacher heißt nicht all you can eat, Sattmacher heißt, du darfst essen bis du satt bist. (Und sorry, satt bist du nicht erst, wenn du dich bis zum Anschlag vollgestopft hast! Klar soweit!? *hüstel*)
Frage: Du frühstückst nicht gerne, hast dich aber anfangs motiviert, wenigstens eine Handvoll Obst zu essen. Ist das noch so?
Antwort: Nein, ich verzichte immer häufiger darauf bis mich spätestens gegen zwei Uhr der Hunger halb irre macht und dann muss es schnell gehen. Meist koch ich dann einen Sattmacher wie z.B. Pasta und achte überhaupt nicht darauf, dass die Gemüseportion größer ist als die Kohlenhydrateportion. Manchmal verzichte ich sogar komplett auf das Gemüse, Hauptsache ich bin voll! *räusper*
Gegenaktion: Morgens bewusst frühstücken, sättigende Zutaten auswählen, Speisenachschub entsprechend anpassen!
Frage: Wie sieht’s mit den Vorräten aus? Ist immer etwas dabei, das dir über kleinere Durchhänger hilft?
Antwort: Nein. In der Obstschale sieht es recht verschrumpelt aus, im Kühlschrank herrscht gähnende Leere, im Vorratsschrank steht nur noch Zeux, das ich nicht mag und in die TK habe ich schon ewig nicht mehr reingeschaut!
Gegenaktion: Umgebung wieder neu ordnen und Schränke befüllen! Lass die Küche lächeln, dann lächelst auch du!

Frage: Was noch?
Antwort: Ich esse nicht nur, wenn ich hungrig bin, sondern auch, wenn ich gerade keinen Bock zum *kochen, laufen, nähen, arbeiten…* hab, mich meine Mutter schon wieder geärgert hat oder ich nicht weiß, was ich tun soll.
Gegenaktion: Essen ist kein Ersatz für andere Notwendigkeiten. Lerne Nein zu sagen!
Fazit
Ich habe doch tatsächlich mein Wissen um den Weight Watchers Plan schamlos ausgenutzt, um meine Fressattacken zu tarnen!
Wie es heute auf der Waage aussehen wird, kann ich natürlich auch durch meine Bestandsaufnahme nicht beeinflussen. Aber egal was kommt, ich werde mein Verhalten wieder genauer beaufsichtigen und die Fehler ausbügeln, die sich durch meine Unachtsamkeit und Ignoranz eingeschlichen haben, denn…
Wir können vielleicht uns selbst, unser Tagebuch, unsere Freunde, unsere Treffenleiterin, unsere Leser usw. betrügen, unseren Körper können wir aber nicht betrügen!
Frage: Und wie sieht Euer Frage-Antwort-Spiel aus?