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Während unserer letzten Urlaubswoche in Orlando waren wir mangels Öffies und Leihwagen an unser Hotel gekettet. Nicht mal ein kleiner Supermarkt war fußläufig erreichbar. Das Speisenangebot war zwar hochpreisig, aber nicht gerade einfallsreich und für Vegetarier geradezu desolat. Und so gab es für mich täglich (kein Witz!) Caesar Salad (ohne Fleisch) mit dem Dressing daneben (also auch fast ohne Dressing – laut WW Eating Out Guide zwischen 6 und 10 Points inkl. Croutons und Parmesanschnipsel). In USA gibt es zum Salat keinen Brotkorb (wahrscheinlich weil deren Brotkultur eher nicht vorhanden ist), es gibt Salat und Dressing. Das war’s. Abends habe ich mir an der Bar Edamame bestellt, das sind gedämpfte Sojabohnen mit Meersalz (max. 5 Points), finde ich sehr lecker und nach 3 Wochen wenig essen sättigt auch die Snackversion.

Wieder zuhause esse ich nun nach Plan, also einiges mehr als im Urlaub. Und so war mein gestriges Ergebnis eher mau: 600 Gramm Zunahme. Das ist zwar ärgerlich, wird sich aber bald wieder einpendeln, da bin ich sicher.

Ganz anders sieht es derzeit mit dem Pendel in meinem mittlerweile arg gestressten Hirn aus. So sehr ich mich über meine Abnahme freue, so sehr macht sie mir inzwischen aber auch Angst. Erinnert ihr euch an die erste Hose, die mir nach den ersten Kilos endlich wieder gepasst hat? Aus der bin ich während des Urlaub „herausgewachsen“, ich kann sie inzwischen ohne Knopf und Reißverschluss zu öffnen an- und ausziehen. Ebenso die Kleidchen, die ich mir in der ersten Euphorie genäht habe: Alle zu groß, sehen aus wie Zirkuszelte. Ist doch super, werden jetzt einige sagen – ist es ja auch, AAAAAAAABER… wenn das so weiter geht, bin ich dann noch ich?

Seit ich denken kann, leide ich unter meinem Übergewicht: Mit 20 fand ich 58 unerträglich, später war es dann die 63, die ich hasste. In meinen 30ern kämpfte ich gegen die 68 und als ich mit 72 Kilo 40 wurde, dachte ich schon, ich sterbe als Zwilling von Trude Herr – will heißen, in meinem Kopf war ich immer „zu dick“. Was passiert mit solchen Leuten, wenn sie nicht mehr „zu dick“ sind?

Das mag jetzt für viele total doof klingen, aber es macht mir ehrlich zu schaffen! Ich frage mich einfach, was das für ein Mensch ist, der sich plötzlich für Küchenutensilien und das Kochen im Allgemeinen interessiert (Kochsendungen hasse ich aber immer noch… puh!), anderen Tipps gibt, wie sie sich am besten mit der Bewegung anfreunden, (die meisten) Fahrradfahrer zwar immer noch grenzwertig findet, aber selbst ein Viech besitzt und gerne auf ihm reitet, obwohl seine Frisur darunter leidet? Was ist das für ein Mensch, der heute morgen 60 Minuten Core-Training gemacht hat ohne eine Miene zu verziehen? Und was ist das für eine, die da plötzlich unter die Blogger gegangen ist und wahrscheinlich nur deshalb noch immer nicht das Handtuch geworfen hat? Mensch, ich mache seit 14. Februar, also 5 Monaten und 12 Tagen eine Diät und ich bin immer noch dabei! ICH!?????? Faszinierend! Wer bin ich?

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