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Abnahme verbildlicht

Noch nie in meinem Gewichtsleben war der Weg vor mir kürzer als der hinter mir. Ich stand immer „am Anfang einer Diät“, voller guter Vorsätze, schon bald mit einer Stinkwut, allgegenwärtigem Hunger folgte Verzweiflung und schließlich Frust.

Und jetzt bin ich hier. Schon etwas über die Hälfte meines Wegs liegt hinter mir und ich glaube nicht, was ich sehe: Meine Lieblingsjeans (30/32), in die ich immer mal wieder hineinpassen wollte, ist mir schon zu groß. Tatsächlich kann ich – zum Vergnügen meines Süßen – bis auf 2 Hosen alle an- und ausziehen ohne Knöpfe oder Reißverschluss zu öffnen. Die Auswahl an Outfits schrumpft täglich, ich brauche Gürtel (alternativ Hosenträger – LOL), mindestens eine neue Jacke sowie eine Idee, wohin es mit mir gehen soll. Ich weiß, dass ich auf jeden Fall noch 5 Kilo schaffen möchte, da sich meine Körpermitte aber immer noch beträchtlich wölbt, könnten es auch noch 8 werden – kommt drauf an, wie es sich anfühlt schlank zu sein.

Schlank… bisher war schlank immer etwas, das ich nicht bin. Hoffentlich bringt mich die Tatsache kurz davor zu sein nicht wieder so aus dem Häuschen, dass ich zunehme vor lauter Angst vorm Erfolg.

Um nicht rückfällig zu werden, habe ich letztes Wochenende angefangen meine Schnitte und Lieblingskleider zu verändern. Viele davon will ich nämlich weder zum Flohmarkt noch zur Humanatonne vor unserer Tür bringen. Außerdem glaube ich, dass solche bildhaften Aktionen dabei helfen können zu realisieren, was man geschafft hat, indem man Zentimeter um Zentimeter aus den Dingen heraustrennt, die einen unmittelbar umgeben. Das mag etwas zu esoterisch klingen, mir hilft es aber weiter an mich zu glauben und die augenfälligen Schattenseiten so gut es geht zu ignorieren.

Welche Schattenseiten? Nun, Bekannte, die zickig reagieren, „weil man schon wieder so viel abgenommen hat“, schlanke „Freundinnen“, die so tun, als sei nichts geschehen, Mitstreiterinnen im wöchentlichen Treffen, die grundlos Angriffe gegen dich schießen, weil du schon wieder erfolgreich warst, Tuscheleien hinter deinem Rücken, taxierende Blicke und nicht selten unverhohlener Neid. Das alles macht mir sehr zu schaffen. Ich bin es doch selber nicht gewohnt erfolgreich zu sein, sehe aber auch keinen Sinn darin, mich dafür zu schämen oder mich gar auf den Rückweg zu machen. Nix da! Diese Woche will ich mindestens 500 Gramm schaffen, denn der nächste Meilenstein ist schon in Sicht:

Vierter Stern, ich komme!