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Vor kurzem postete André von Personal Training Kiel etwas über den weltbekannten inneren Schweinehund. Laut eigener Aussage hat selbst er trotz 18 Jahren Sport den Kläffer noch immer nicht im Griff.

Vor einem Jahr hätte mich diese Aussage völlig fertig gemacht, dachte ich doch, wie die meisten „Sportfremden“, es gäbe einen einfachen Trick, den man mit der Zeit ganz sicher lernen würde. Inzwischen weiß ich jedoch, dass es für mich keinen solchen Trick gibt und zu wissen, dass es einem sportlichen Menschen genauso geht, macht mich wieder locker – so bin ich immerhin kein hoffnungsloser Fall… puh!

Aber ist es nicht lustig, wenn man sich überlegt wie schnell Menschen bereit sind einen in einem ganz anderen Licht zu sehen, nur weil man etwas tut, das sie selbst nicht tun!?

Beispiel: Eine Freundin von mir bewegt sich eher wenig. Für sie ist es der Knaller, dass ich mich jeden Morgen vor der Arbeit entweder vor den Fernseher zum Workout oder hinaus zum Laufen „quäle“. Sie glaubt, bei mir im Kopf hätte etwas Großes, etwas Magisches stattgefunden, und nun gehöre ich endgültig „zu den anderen“, zu denen nämlich, die den magischen Trick erlernt haben…

Das bauchpinselt mich natürlich ungemein, die Wahrheit sieht leider eher so aus: Heute morgen bin ich zum dritten Mal in dieser Woche in meine Laufkluft gestiegen, allerdings nicht ohne vorher ungefähr zehn Mal aus dem Fenster zu starren und mich zu fragen, ob ich das wirklich tun soll. Die Schweinesau in mir schrie nur nach Leckerli, mehr Kaffee, am besten gleich Frühstück und zack vor den Computer, denn es waren ja sooooo viele Emails zu erledigen (hinter Arbeit kann man sich doch immer noch am besten verstecken, gell!?), aber ich bin hart geblieben – nicht etwa weil ich einen Trick kenne, sondern weil ich weiß, dass es keinen gibt!

Ein weiteres Sport-Märchen ist, dass man meint, es sei alles gut, wenn man erst mal los gelaufen ist. Weit gefehlt! Heute morgen hat mich der innere Schweinehund trotz aller guten Vorsätze so dermaßen abgenervt, dass ich am liebsten laut geschrien hätte! Nach nur zehn Metern (nicht Minuten, Metern!) dachte ich meine Waden explodieren, mein Atem war schon hinter mir und der eingebildete Schlaganfall gleich an der nächsten Ecke. Über die Vorstellung, dass meine Fontanelle an einem unsichtbaren Seil oben am Himmel befestigt ist, strecke ich meine Wirbelsäule und entgehe so einer verkrampften Haltung. Darüber vergesse ich dann die Waden, der Atem reguliert sich und auch der Schlaganfall ist abgewendet. Das hat auch heute morgen geklappt, aber nicht für lange. Denn nach den Waden waren es die Knie, die mir weh taten und so zog sich das bis zum Ende meiner Piste, die ich unterwegs um einen ganzen Kilometer gekürzt habe, denn sonst wäre womöglich wirklich was großes in meinem Kopf passiert, aber nichts magisches, eher etwas in die Richtung von Massenmord (an Schokoladentafeln z.B.). Zuhause habe ich dann noch ein gemischtes Workout mit Kraftübungen, Bauchtraining und ausgedehntem Stretching gemacht. Das ist mir verdammt schwer gefallen, aber es gibt einfach nichts auf der Welt, das ein Scheitern wert wäre – vor allem nicht dieser blöde Köter!

Ich wünsch Euch was (und wenn ihr den Trick findet, bitte zeigt ihn mir)!

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