Schlagwörter

, , , , , ,

Kennt ihr das? Ihr sitzt da mit einem Erfolg, solltet stolz auf euch sein, doch stattdessen drängt es euch die neu gewonnene positive Energie gleich weiter verbraten? Mir geht das immer so!

Immer, wenn ich im Alltag etwas erreiche, von dem ich dachte, es sei unmöglich, neige ich dazu den Fokus zu verlieren – egal, ob es sich nun um Arbeit, Sport, Diät oder den Blog handelt. Vielleicht liegt das daran, dass man sich plötzlich so leer fühlt, wenn man am Ziel angekommen ist. So wie nach Schule oder Studium: Abschluss in der Tasche – handlungsunfähig im Kopf.

Sicher, ich habe auch schon von Leuten gehört, die sich dann sofort aufs nächste Ziel stürzen und weitermachen. Ich dagegen schlage oft einen komplett anderen Weg ein, nur um nicht auf dem gleichen zu versagen. Dadurch störe ich meinen natürlichen Rhythmus so sehr, dass es mir jeden Tag schwerer fällt, meine Routine wieder aufzunehmen und einfach weiter das zu tun, was mich froh macht.

Froh macht mich z.B. meine Arbeit, die täglichen Workouts, das schlanke Kochen und die damit verbundene neue Welt der Genüsse (wer noch nicht so lange bei mir liest, ich habe früher so gut wie nie gekocht) und ja, die WW Erfolge, die ich hier auf dem Blog mit euch und im Treffen mit meinen Mitstreitern teilen kann.

Mitten in der Umgestaltung meines Arbeitszimmers…

Doch was mache ich? Ich bilde mir ein, ich muss meinen Arbeitsraum umgestalten (an sich eine wirklich lobenswerte Idee) inmitten von Aufträgen, die sich im Laufe der letzten Wochen bedrohlich aufgestaut haben und noch dieses Jahr erledigt werden müssen, die ich wiederum angenommen habe im Wissen um den Berg Arbeit an meinem Geschäftsbild, das ich schon im Sommer dringend überarbeiten wollte, zusammen mit dem Wunsch nach dem nächsten Ziel, nämlich unter 62 Kilo fallen, aber Weihnachtsgeschenke muss ich ja auch noch besorgen und dann ist da das tolle Kleid, das ich mir nähen möchte und wer beantwortet eigentlich all die Mails… wie? Die Steuer muss schon wieder gemacht werden und… ach ja, da hatte ich doch noch den Blog….

Und dann? Bei all dem Chaos verliere ich den Blick fürs Wesentliche, bin den Auftraggebern böse, finde die Treffen nervig (und gehe nicht mehr hin), vernachlässige den Sport, weil mir vom Umräumen und Malern alles wehtut, verfalle in alte Gewohnheiten und esse den ganzen Tag Brot (hab doch zum Kochen keene Zeit, Mensch!), rede mir ein, dass den Blog eh keiner liest (Verzeihung, liebe Leser!) und überlege schon, wie ich das Wohnzimmer neu einrichten könnte – und das alles nur, um mich nicht einfach mal selbst zu loben:

Hey Jesse, haste super gemacht! 12,4 Kilo, Mensch, das ist dufte! Hätte ich dir gar nicht zugetraut! Die letzten paar Pfunde schaffen wir jetzt auch noch!

Puh! Sieh an, ich habe mich öffentlich selbst gelobt! Und wisster was? Eigenlob stinkt gar nicht, Eigenlob ist gut für die Seele, denn wenn ich mich selbst nicht gut finde, wieso sollen es die anderen tun?

Habt nen schönen Abend!

Advertisements