Durchhängeralarm!

 

Es ist mal wieder soweit! Die fehlenden Blogeinträge der letzten Zeit sprechen für sich: Ich habe einen MEGA-Durchhänger! Wie kommt’s?

Seit letzten Mittwoch bemerke ich trotz Plan und Bewegung einen deutlichen Aufwärtstrend auf der Waage. So etwas bringt mich dermaßen auf Touren, dass ich gleich auf nichts mehr Bock habe, ehrlich! In der Folge habe ich natürlich auch nicht mehr alles genau aufgeschrieben, was ich so gegessen habe. Man hat einfach das Gefühl, es nutzt sowieso nichts, man wird bestraft für etwas, das man nicht getan hat. Auch an Umfang habe ich zugenommen – rundum über 8 cm. Ich fühle mich schrecklich träge und dick und Lust was Schönes zu kochen habe ich auch nicht.

Lomo: Am Schlachtensee

Ehrlich gesagt ist das Schlimmste daran heute Abend beim Treffen auf der Waage zu stehen und mir das sorgenvolle Gesicht meines Coachs anzuschauen. Sie wird fragen, woran es liegt und nicht die Zeit haben, sich meine Story auch anzuhören. Ganz klar bei 30 Leuten, die gewogen und getätschelt werden wollen. Zurück bleibt dann nur das Gefühl ein Loser zu sein. Motivierend ist das wirklich nicht. Wieder kommen mir Zweifel am Treffen – vielleicht sollte ich doch mal ein anderes ausprobieren…

Das positivste Erlebnis dieser Woche verdanke ich meiner Sturheit. Die trieb mich nämlich am Sonntag trotz allem raus zum Schlachtensee in Berlin, denn gestern war doch die Weight Watchers 5K Walk-It-Challenge, über die ich vor einiger Zeit berichtet hatte. Es ging darum 5 km am Stück zu gehen, einfach um in Bewegung zu kommen oder die Natur zu genießen. Der 5,2 km-Rundweg um den See hat wirklich Spaß gemacht, wenn auch meine Schuhwahl nicht die beste war – die Sommersandalen sind zwar schon eingelaufen, 5K hinterlassen aber trotzdem Druckstellen. Jetzt bin ich also nicht nur kugelrund, nein, meine Füße schmerzen auch noch! Bin ich nicht ein armes Ding!? Ach ja!

Ich bin Du oder Der Friedhof der Tagebücher

Es gibt Tage, da möchte man am liebsten im Bett bleiben. Der Kaffee schmeckt nicht, der Alte geht dir grundlos auf die Nerven, egal, was du anfängst, es scheint sinnlos und warum du dich nun ausgerechnet für diesen Beruf entschieden hast, will dir auch nicht einleuchten.

„Mensch“, sagst du und schaust aus dem Fenster, „die Sonne scheint und ich blase Trübsal!“ – je nachdem, wie es um dich steht, endet das in Selbstvorwürfen („Warum kann ich eigentlich nicht glücklich sein?“) oder du landest mit dem Kopf im Kühlschrank… womit wir wieder beim Thema wären…

An so einer Stelle ist ein Tagebuch oder ein Blog wie dieser von unschätzbarem Wert. Denn wenn du deine Tage mit dir selber teilst, dann siehst du, dass du schon einmal an genau diesem Punkt warst. All die Zweifel an dir, deiner Einstellung, deinem Leben, deinen Entscheidungen, die gab es schon einmal. Du hast nicht nur darüber gelesen, das hast du selbst schon mal erlebt!

Nur… was hast du DANACH gemacht? Gibt es danach gähnende Leere in deinem Tagebuch? Überlegst du dir, ob es die Bindung aushält, wenn du alle beschriebenen (alternativ: versauten, idiotischen, überflüssigen) Seiten rausreißt? Musst du den neuesten Blogpost mit „Ich mal wieder…“ anfangen? – Ja, das kenne ich! Abgebrochene Versuche („…Diät gemacht und wieder mal versagt“), unausgesprochener Zorn („…mumbel…“), mit jeder Menge Worte unterlegte Beteuerungen, warum Scheitern gar nicht so schlimm ist („…nur wer scheitert, kann auch erfolgreich sein“ – na klar! Und wann?)… ein wichtiger Hinweis ist sicher, dass es so viele abgebrochene Versuche gibt. Und wenn du ohnehin immer wieder von vorne anfängst, dann kannst du auch gleich dabei bleiben, oder?

Wie lange soll das noch so weiter gehen? Wann ist der Tag gekommen, an dem du nicht mehr in den Spiegel schauen magst? Das hier bist du, dein Leben und ohne dich läuft darin gar nix. Der einzige Mensch, der dabei sein wird, wenn du einmal gehst, bist du. Der einzige Mensch, der wirklich weiß, was du denkst und fühlst, bist du. Den Job kann dir niemand abnehmen. Ob du dich nun magst oder nicht, du bist hier ganz offensichtlich der Chef! Also mach was draus und lerne aus deinen Fehlern! Nur wie?

Ich bin kein Experte, aber helfen muss ich mir ja trotzdem. Denn was nach dem Besuch des Friedhofs der Tagebücher klar ist: SO funktioniert(e) es nicht. Ich sehe ein, dass sich nur dann etwas ändert, wenn ich mich ändere, mein Verhalten, meine Entscheidungen, mein Leben. Mit ganz kleinen, mühsamen Schritten. Jeden Tag. Also los!

Was du alles tun kannst, anstatt zu essen: Lies ein Buch. Nähe ein Kleid. Fang an zu stricken oder zu häkeln. Grab den Garten um. Räum die Spülmaschine aus. Wasch endlich die Sachen, die du immer ganz unten in den Wäschekorb tust. Bring Klamotten zur Reinigung. Müssen deine Stiefel nicht zum Schuhmacher? Wolltest du nicht dein Fahrrad auf Hochglanz bringen? Braucht deine Katze, dein Hund, dein Kind, dein Mann, deine Frau, deine Eltern Streicheleinheiten? Ruf einen alten Freund an. Kläre ein Missverständnis. Weine, wenn dir danach ist… mach halt irgendwas, bloß nicht ohne Hunger essen!

Oh weh, der Montag ist doch noch schwarz!

Pünktlich zum Wochenbeginn schlägt mir mein Körper gewohnheitsmäßig ins Gesicht und bestraft mich für meine absolut alberne Motivation in der letzten Woche. Etwa so stelle ich mir seine Gedankenwelt vor:

„Sie hat sich ein Fahrrad gekauft?? – Dafür wird sie zahlen!“
„Sie läuft jetzt nicht nur 3-mal die Woche sondern macht noch zusätzlich Tae Bo, damit ich bei ihrer Kackdiät mitmache?? – Das kriegt sie zurück!“
„Sie bildet sich ein, ich werde meine Kilos schon loslassen, wenn sie so weiter macht? – Am Arsch!” (Sorry, mein Körper hat so eine schlechte Sprache) …und so weiter.

Was mich so frustriert? Ich fühle mich heute absolut schrecklich. Mein Bauch ist dick und schwer und hängt an mir wie eine Kugel, meine Muskeln – das habe ich aber erwartet – tun weh und meine gute Laune ist vom Regen wie weg gewaschen. Mir ist schon klar, dass ich mich anstelle, aber mich nicht anzustellen, will einfach nicht gelingen. Das alt bekannte Gefühl vom Leben benachteiligt zu sein, kämpft sich wieder einmal nach oben. Es redet mir ein, dass ich es sowieso nicht schaffe, weil ich eben benachteiligt bin, weil ich eben nicht abnehme, weil ich eben dick bin und sowieso nichts essen kann ohne sofort zur Kugel zu werden. Hilfe bekommt es von meiner Gruselwaage, die – auch wie gehabt – tatsächlich die Nerven hat, mich wieder ein Kilo schwerer zu machen statt einfach dort zubleiben, wo sie seit letzten Mittwoch hängt. Dumme Kuh! Und dabei war sie die ganze Woche über so freundlich! Ich meine, sie kann mich doch Dienstags, Mittwochs, und von mir aus auch Sonntags schwerer machen… ABER DOCH NICHT AN MEINEM WIEGETAG!!!!!!!!!!!! ARGH!!!!!

Was is nu mit „I Can Do It?” – Ach Mensch, ich will doch gar nicht aufgeben! Ich nehm jetzt mal ne Biofax, wie meine Blognachbarin Medea schon vorausgesagt hat… vielleicht ist es ja nur Wasser!

P.S. Außerdem habe ich Hunger… bäh!

P.S.S.